The Burton Blog

Meine olympische Gold-Geschichte. Geschrieben Von Anna Gasser

Es ist der 22. Februar 2018, 11:53 Uhr. Die Zeit bleibt einige Sekunden lang stehen.

Die Wertung scheint auf dem großen Bildschirm auf. Ich atme tief durch und dann begreife ich es: Ich habe im Big Air Contest olympisches Gold gewonnen! Meine Freunde und Familie kommen mit Freudentränen in den Augen auf mich zugelaufen. Jeder umarmt und küsst mich, gratuliert und freut sich mit mir. Es fühlt sich wie ein Traum an.

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Ich bekomme noch immer Gänsehaut, wenn ich an diesen Moment denke, den ich niemals im Leben vergessen werde. Mein erstes olympisches Gold! Um ganz ehrlich zu sein, hatte ich auf eine Medaille im olympischen Slopestyle-Bewerb gehofft, der vor nur wenigen Tagen stattgefunden hatte. Aber leider waren die Bedingungen nicht die besten und der Contest verlief nicht wie gewünscht. Ein Grund mehr also, dass die Goldmedaille im Big Air die Erfüllung eines Traums ist.

Nachdem bekanntgegeben wird, dass ich den Contest gewonnen habe, geht alles superschnell und ich versuche einfach, mitzuhalten: die Blumenzeremonie, Fragen und Antworten mit Journalisten aus aller Welt, ein Interview mit dem ORF in ihrem TV-Studio. Dann eine kurze Pause, in der ich versuche, zu realisieren, was soeben passiert ist – ich kann es immer noch nicht ganz begreifen. Danach folgt die Zeremonie, in der ich offiziell die olympische Goldmedaille überreicht bekomme. Ich kann nicht aufhören zu grinsen und langsam aber sicher begreife ich, dass ich mich nicht in einem Traum befinde. Ich habe gewonnen. All das Training, die Mühen, alles, was ich mir selbst auferlegt habe, macht nun Sinn, denn alles, was ich durchgemacht habe, hat mich hierher gebracht. Ich bin so unglaublich dankbar und sauge alles um mich herum in mir auf.

Ich komme im Österreicher-Haus an, wo meine Familie und Freunde bereits auf mich warten. Mehr Umarmungen, mehr Bussis, mehr grinsende Gesichter. Und dann ist endlich Zeit zum Feiern – gemeinsam mit anderen österreichischen Athleten und Leuten aus der ganzen Welt feiere ich die Nacht durch.

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Am 24. Februar bin ich am Weg zurück nach Hause. In der Flughafen-Lounge schaue ich mir den Live-Stream des Big Air Männer-Finales an, bevor ich an Bord gehe und endlich etwas entspannen kann. Mir wurde gesagt, dass die Feierlichkeiten weitergehen würden, sobald ich in Österreich sei, aber was mich dann tatsächlich erwartet hat, war mehr als ich mir je hätte ausmalen können. Mehr als 10.000 Menschen sind in Salzburg, um mich zu empfangen und ich gebe mehr Pressekonferenzen und Fernsehinterviews als ich zählen kann. Dann folgt der Empfang in meinem Heimatort Millstatt. Ich bekomme zahlreiche Geschenke und Abzeichen überreicht und es wird verkündet, dass die Volksschule in Millstatt in Anna Gasser Volksschule umbenannt wird. RedBull produziert 1,5 Millionen Dosen mit meinem Gesicht darauf, Kinder singen ein Lied, das sie für mich geschrieben haben, ich bekomme Abzeichen und Ehrenzeichen überreicht und jeder freut sich mit mir.

Nur wenig später ist es an der Zeit, um zu den Burton US Open in Vail zu fliegen. Ich werde Zweite im Qualifying. Aufgrund starken Winds können wir leider das Finale nicht durchführen, aber ich bin super-happy und dankbar für die Silberne, die ich mit nach Hause nehmen kann.

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tbd

Was als nächstes passiert, ist etwas ganz Besonderes: Donna und Jake laden einige Burton Team Rider einschließlich mir selbst zu ein paar privaten Shredding Days ein – abseits von Kameras und Journalisten. Nur die Burton Crew, ein Hubschrauber und unglaublich viel Spaß im Pulver, der es uns ermöglicht, vom Stress und der Hektik der letzten Wochen abzuschalten. Es fühlt sich wieder alles wie ein Traum an und ich könnte nicht glücklicher sein.

Der Spring Battle im Absolut Park in Flauchauwinkel markiert das Ende der diesjährigen Saison und wird zu einem persönlichen Höhepunkt. Ich bin sehr stolz auf meinen Sieg im Women’s Slopestyle Bewerb, aber noch mehr freut es mich, den Sieg meines Freundes Clemens Millauer im Men’s Slopestyle Bewerb feiern zu können. An diesem Wochenende sind wir Österreichs „goldenes Paar“ und es fühlt sich einfach nur gut an, gemeinsam feiern zu können. 

Besser kann es gar nicht mehr werden. Ich danke euch allen für eure Unterstützung und euer Vertrauen. Es sind so unglaublich viele kleine Dinge, die stimmen müssen, damit ich mein Bestes geben kann und ich bin dankbar für alles.    

Danke Leute – ihr wisst, wen ich damit meine.


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